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Frischekick-Tipps für euer zero-waste Badezimmer - Part 2

Frischekick-Tipps für euer zero-waste Badezimmer - Part 2

Letzte Woche haben wir ein Starter-Kit für euer zero-waste Badezimmer vorgestellt. Im zweiten Teil unserer Themenwelt Frischekick knüpfen wir daran an und zeigen euch weitere tolle Alternativen zu herkömmlichen Hygiene- und Badezimmerprodukten. Von einem Rezept für DIY-Zahncremes über Tipps zu Kosmetikartikel bis hin zu Wasserspartipps: Wir helfen euch auf dem Weg zum nachhaltigen zero-waste Badezimmer!

DIY-Zahnpasta – ohne Plastik, aber ganz nach eurem Geschmack! 

Beginnen wir mit der Zahnpasta. Gleich zwei Gründe sprechen dafür, die herkömmliche Zahncreme ein für alle Mal aus dem Badezimmer zu verbannen. Einerseits erhält man Zahncremes stets in der Tube. Diese bestehen größtenteils aus Plastik, seltener auch aus Metall. Beides muss nicht sein, bedenkt man, dass durchschnittlich 6-8 Tuben pro Kopf im Jahr verbraucht werden. Ein zweiter großer Faktor sind die Inhaltsstoffe der Cremes. Mikroplastikteile werden gerne als Putzkügelchen eingesetzt. Diese Kügelchen landen täglich beim Mundausspülen in der Umwelt. Macht Schluss damit! Wir zeigen ein einfaches Rezept, wie ihr eure Zahncreme selbst herstellen könnt. Ganz ohne Plastik, aber ganz nach eurem Geschmack!

Zunächst die Grundzutaten für 35g Zahncreme:

  • 15g Calciumcarbonat (Apotheke oder online)
  • 5ml Glycerin (E422 – auf Lebensmittelqualität achten, Apotheke)
  • 12g Kieselsäure-Gel (Apotheke oder online)
  • 4g Xylit (Reformhaus, Bio-Laden etc.)
  • Einige Tropfen Kokosöl (optional)

Auch wenn sich die Inhaltsstoffe zunächst etwas dubios anhören, braucht ihr euch keine Sorgen machen. Sie sind medizinisch vollkommen unbedenklich und gehören für den tatsächlichen Reinigungseffekt in jede Zahncreme. Calciumcarbonat dient beispielsweise als sanftes Scheuermittel gegen Plaque und Kieselsäure ist ein wichtiger Aufbaustoff für Zähne und Zahnfleisch. Xylit zeigt eine antikariöse Wirkung.

Überlegt euch nun, welche Geschmacksrichtung eure Zahncreme annehmen soll. Am besten gelingt dies mit ätherischen Ölen. Testet die Öle jedoch vor der Anwendung auf eurer Haut, da mögliche Unverträglichkeiten nicht auszuschließen sind. Folgende Öle haben sich bei unserem Versuch bewährt:

  • 2-3 Tropfen Teebaumöl (wirkt stark desinfizierend)
  • 2-5 Tropfen Salbeiöl (oder getrocknete Salbeiblätter)
  • 2-5 Tropfen Pfefferminzöl
  • 3 Tropfen Myrteöl (desinfizierend, antibakteriell)

Die Herstellung selbst ist denkbar einfach: Vermischt die Zutaten in einem sterilen Gefäß. Bestenfalls desinfiziert ihr alle Utensilien mit zuvor mit heißem Wasser. Sobald die Mischung eine tolle Konsistenz hat, könnt ihr diese in ein beliebiges Gefäß füllen. Dieses sollte ein Austrocknen verhindern und fest geschlossen sein. Die Anwendung ist ebenfalls simpel und fast selbsterklärend: einfach die bevorzugte Menge auf die Zahnbürste auftragen und loslegen. Wundert euch jedoch bei der ersten Anwendung nicht. Durch den Verzicht auf Tenside, die für die typische Schaumbildung verantwortlich sind, werdet ihr zunächst einen Unterschied spüren. Daran gewöhnt man sich jedoch schnell!

(Rezept: www.smarticular.de)

Spieglein, Spieglein an der Wand – ist Schminken eine der größten Plastiksünden im ganzen Land?

Greift man ausschließlich zu gängigen Schminkprodukten: Klares Ja! Egal ob Make-up, Concealer, Wimperntusche oder Lippenstift – Mikroplastik findet sich überall. Knapp 500 Tonnen setzt die deutsche Kosmetikindustrie jährlich ein – Verpackungsplastik nicht mit eingerechnet! Darunter leidet vor allem die Umwelt. Durch unsere täglichen Schminkroutinen tragen wir Unmengen an Mikroplastik auf Gesicht und Haut. Gäbe es ein „Mikroplastik-Schwarzlicht“ – man würde wohl gehörig erschrecken. Die mikroskopisch kleinen Plastikteile, sogenanntes primäres Mikroplastik, landen zwar nicht zwingend im Körper (ausschließen lässt sich das nicht!), doch durch das Abschminken gelangen sie in die Umwelt. Wir haben uns nach Alternativen umgesehen und die Erfahrung war ernüchternd. Die Suche nach nachhaltigen Schminkprodukten ohne Plastikverpackung und Mikroplastik gleicht einer Schnitzeljagd. Sie gehen leider viel zu oft zwischen der Flut der herkömmlichen Produkte unter. Gerade die komplizierten Bezeichnungen der Inhaltsstoffe schaffen eine große Intransparenz, obwohl viele der führenden Hersteller erklärt hatten, bis 2015 (!) aus der Verwendung von Mikroplastik auszusteigen. Gehalten haben sie sich daran bisher nicht!

myconics-Tipp: Steht zu eurer natürlichen Schönheit! und überlegt immer wieder ob das Schminken heute wirklich nötig ist. Oft ist es reine Gewohnheit – zum Nachteil eurer Haut und der Umwelt. Ein kompletter Verzicht kommt für viele dennoch nicht in Frage. Daher haben wir einige verklausulierte Bezeichnungen für Mikroplastik in Kosmetika gesammelt – so könnt ihr sofort erkennen, ob und welche kleinen Plastikteile enthalten sind. Übrigens: Naturkosmetika ist frei von diesen Inhaltsstoffen!

AC Acrylate Copolymer
ACS Acrylate Crosspolymer
PA Polyamide
PMMA Polymethylmetacrylate
PQ Polyquaternium
PE Polyethylene
PEG Polyethyleneglycol
PET Polyethyleneterephtalate
PP Polypropylene
PPG Polypropyleneglycol
PS Polystyrene
PUR Polyurethane

Zero-waste-Abschminken

Wer sich schminkt, muss sich auch abschminken. Der weitverbreitete Helfer: Wattepads. Als wir uns verschiedene Wattepads angeschaut haben, gab es für uns zunächst auch eine kleine Überraschung: Die meisten Wattepads kommen bis auf das Verpackungsmaterial ohne Plastik aus und bestehen hauptsächlich aus Baumwolle. Aber dieser Schein trügt, denn Wattepads sind deshalb längst nicht unbedenklich. Plastik ist hier nicht das größte Problem, sondern vielmehr der Herstellungsprozess vom Anbau bis zu Verarbeitung. Pestizide, Chlor als Bleichmittel und ein ungeheurer Wasserverbrauch machen Wattepads zu einem Umweltsünder. Selbst die Bio-Version spart, trotz Verzicht auf chemische Bleichmittel, kaum Wasser im Gegensatz zu herkömmlichen Pads. Doch was ist nun die wirkliche Alternative? Wiederverwendbare Abschminkpads! So verzichtet ihr nicht nur auf chemische Zusatzstoffe und sparst Wasser, auch eine große und vor allem unnötige Müllquelle versiegt.

myconics-Tipp: Wattepads sind zwar federleicht haben aber einen schweren Einfluss auf die Umwelt. Werde zur zero-waste Abschminkerin und greif zu wiederverwendbaren Abschminkpads von treu fashion!

 

Shampoo, Duschgels und Co. – Plastik ist meist unsichtbar!

Bereits letzte Woche haben wir euch die Problematik von Shampoos und Duschgels für die Umwelt vorgestellt. Neben dem bekannten Palmöl ist vor allem „unsichtbares“ Plastik ein großer Faktor in der Herstellung von Shampoos, Duschgels und Cremes. Egal ob als Bindemittel, Weichmacher (Acrylates Crosspolymer) oder für den Peelingeffekt (Mikroplastik) – kaum ein Produkt für die tägliche Dusche kommt ohne Plastik aus. Tückisch: mit bloßem Auge ist es oftmals nicht zu erkennen und selbst der Blick auf die Inhaltsstoffe verwirrt mehr, als dass er weiterhilft!

myconics-Tipp: Wir haben für jeden, der sich das Studium der Inhaltsstoffe zukünftig sparen will, eine tolle Allround-Alternative: 3 in 1 Blockseifen von terrorists of beauty. Hier stecken ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe drin und die Seifen sind ein echter Alleskönner. Neben Haut und Gesicht lassen sich die Seifen auch für die Haarpflege verwenden. Ein Block reicht bei täglicher Nutzung für ca. 2 Monate.


Wassersparen!

Ihr habt es sicher bemerkt: Wasserverbrauch spielt auf dem Weg zum nachhaltigen zero-waste Badezimmer eine große Rolle. Bereits in der Produktion der meisten Produkte ist der Wassereinsatz enorm hoch. Ein gutes Beispiel sind Wattepads. Auch wenn sich der Wasserverbrauch in der Herstellung von Kosmetikprodukten oftmals nur indirekt durch den Griff zu sparsamen Alternativen steuern lässt, könnt ihr trotzdem mit ein paar einfachen Tipps dafür sorgen, dass euer Badezimmer mit möglichst geringem Wasserverbrauch auskommt. Wir haben uns die drei verbrauchsintensivsten Badezimmerroutinen genauer angeschaut und sind auf einfache Wege gestoßen, wie ihr euren Verbrauch minimiert.

Die Dusche – 5 Minuten, 60 Liter

5 Minuten lang duschen wir im Durchschnitt. Dabei fließen ca. 60 Liter Wasser den Abfluss hinab. Von dieser Zahl zunächst etwas überwältigt haben wir gleich damit begonnen, die eigenen Duschroutinen zu sezieren. In einem waren wir uns sofort einig: 5 Minuten reichen bei weitem aus, um sowohl wach als auch frisch zu sein. Außerdem ist uns aufgefallen, dass teilweise die Dusche laufen gelassen wird, während Shampoo, Duschgel und Co. aufgetragen wird. Vollkommen unnötig! Deshalb achten wir in Zukunft genau darauf, wann das Wasser läuft und ob wir es gerade benötigen. Die Dusche muss auch nicht immer voll aufgedreht werden, in vielen Fällen reicht auch die halbe Kraft für ein genüssliches Duscherlebnis. Das kurze Gefühl des Frierens hat ja auch Vorteile – es ist der wahre Frischekick!

Toilette – einmal Spülen, 6-8 Liter

Egal ob sie sich im Badezimmer oder in einem separaten Raum befindet – die Toilette befördert pro Spülung zwischen 6 und 8 Liter in die Abwasserrohre. Natürlich ist es keine Option, auf das Spülen gänzlich zu verzichten, doch noch immer ist vielen nicht bewusst, dass die meisten modernen Spülkästen über Spar-Funktionen verfügen. Fragt euch deshalb, ob nach jedem Gang zur Toilette der gesamte Kasten geleert werden muss oder ob der kleine Knopf nicht genügt. Schließlich besucht man das stille Örtchen ja nicht nur einmal am Tag!

Hände und Gesicht waschen – 30 Sekunden, 2-3 Liter

Im Moment sind wir dazu angehalten, Hände und Gesicht öfter zu waschen, als wir es bisher für nötig hielten. Uns ist aufgefallen, dass für den Wasserhahn am Waschbecken leider viel zu oft dasselbe gilt wie für die Dusche: er läuft ununterbrochen und unnötigerweise! Im Moment wird bis zu 30 Sekunden Einseifen empfohlen. Das Wasser dabei laufen zu lassen ist genau 30 Sekunden zu lange! Nutzt die Möglichkeit und steuert, wann der Hahn läuft!

Thank you!

Wir hoffen, dass euch die Frischekick Themenwelt wertvolle Inspirationen für euer Badezimmer liefern konnte. Uns liegt es am Herzen, euch neben spannenden Produkten auch nützliche Tipps an die Hand zu geben. Gerade der Umstieg auf DIY-Zahncreme und feste Seife ist ein wichtiger Schritt aus dem Mikroplastikstrudel. Das Überdenken der eigenen Badezimmerroutinen macht euch zu wahren Wassersparexperten! Wir sind sicher: ihr kommt dem nachhaltigen zero-waste-Badezimmer Schritt für Schritt näher!


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