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Unsere Erde im Würgegriff des Plastiks – Part 2

Unsere Erde im Würgegriff des Plastiks – Part 2

Auch dieses Mal dreht sich bei uns wieder alles um das Thema Plastik und welche weitreichenden Auswirkungen damit einhergehen. Im zweiten Teil haben wir erneut lehrreiche und zum Teil schockierende Facts über Plastik für euch auf Basis des Plastikatlas 2019 zusammengefasst – inklusive hilfreicher Tipps unsererseits, wie jede*r von uns ein bisschen mehr Nachhaltigkeit in die Thematik bringen kann! Solltet ihr Part 1 noch nicht gesehen haben, dann schaut unbedingt in unserem letzten Journalbeitrag vorbei!

Auswirkungen auf unsere Ernährung

Blickt man sich in herkömmlichen Supermärkten um, wird man von einer Flut an in Plastik verpackten Lebensmitteln überrollt. Unsere Ernährung ist ohne Plastik kaum mehr vorstellbar. Dabei ist der Kunststoff jedoch nicht nur als Verpackungsmaterial zu finden. Denn das Plastik landet auch auf Äckern und damit in unserer Nahrung! Bewässerungsanlagen, Gewächshäuser und Tunnel sind aus Plastik. Obstbäume und Sträucher werden gegen Vögel mit Plastik geschützt. Über die Menge an Mikroplastik in Böden, Nutztieren und damit letztlich in unseren Lebensmitteln ist bisher nur sehr wenig bekannt. Man geht jedoch davon aus, dass die Verschmutzung von Böden und Binnengewässern je nach Umgebung zwischen vier- und 23-mal so hoch wie im Meer ist!

myconics-Tipp: Verzichte auf Plastik beim Obst- und Gemüseeinkauf. Viele Lebensmittel haben bereits von Natur aus eine Schutzhülle (Nein, Bananen müssen nicht nochmal in eine Plastik Tragetüte gepackt werden!) oder können vor dem Verzehr einfach kurz abgewaschen werden. Für den Transport von losem Obst und Gemüse gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Anbietern, die Mehrweg Netze verkaufen. Oder greif einfach auf Jutebeutel zurück.

Plastik im Wasser

Was für uns als Mensch zumeist ein Dorn im Auge sein mag (besonders wenn man an die mit Plastikmüll überfluteten Traumstrände denkt), hat für Tiere lebensbedrohliche Folgen. Jedes Jahr landen etwa 10 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Selbst an den entlegensten Orten wie der Antarktis schwimmt oder lagert Plastikmüll – Tendenz rapide steigend. Den Gefahren von herumschwimmendem Plastikmüll sind vor allem die Tiere in offenen Gewässern wehrlos ausgesetzt. Oft verheddern sie sich in z.B. Plastiktüten oder verwechseln Plastik mit Nahrung. Ist das Plastik einmal im Körper des Tieres angelangt, verhungern viele mit dem Magen voll davon. Ihr Magen-Darm-Trakt wird verstopft, verletzt oder entzündet sich. Die Menge an Plastik, die dabei an der Meeresoberfläche schwimmt und somit offensichtlich erkennbar ist, macht jedoch nur einen Bruchteil des gesamten Plastikbestandes aus. Schätzungen zufolge treiben ca. 210 000 – 439 000 Tonnen Plastik an der Oberfläche. . Die Gesamtmenge an Plastik, die bisher im Meer gelandet ist, wird hingegen auf 86 Millionen Tonnen geschätzt! Die Weltmeere werden damit unwillkürlich zu einer unsichtbaren Mülldeponie.

Meeresplastik, Plastik im Meer, Plastikmüll

myconics-Tipp: Es gibt bereits einige kleinere Unternehmen oder Start-ups, die aus dem herumschwimmenden Plastikmüll Produkte herstellen. Setze dich also vor deinem nächsten Kauf einfach vor den Computer und recherchiere ein wenig. Die Produktauswahl ist wirklich groß: Von Rucksäcken aus Meeresplastik, über Bademode bis hin zu Sonnenbrillen.

Zero Waste

Der Begriff „Zero Waste“ ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil im Kontext der Klimakrise und Plastikreduktion geworden. Hinter dem Name verbirgt sich eine Bewegung, die die Vermüllung dort zu bekämpfen versucht, wo sie beginnt. Anstatt zu recyclen, wird das Problem an der Wurzel gepackt, sodass Materialien und Verpackungen verantwortungsbewusst produziert, konsumiert und wiederverwendet werden. Das Konzept hat mittlerweile in einigen innovativen Kommunen, Städten und Gemeinden in Europa Einzug gehalten. Bereits im Jahr 2007 gab eine italienische Gemeinde als erste Stadt Europas die Entwicklung einer Zero-Waste-Strategie bekannt. Die Ergebnisse aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Veränderungen sind beeindruckend! Innerhalb von 9 Jahren sank die Abfallmenge pro Person um 39%. Der Restmüllanteil pro Kopf und Jahr verzeichnete einen Rückgang von 57% zwischen den Jahren 2006 und 2011. Neben der Pionierstadt gibt es weitere tolle Beispiele weltweit, die zeigen, dass der Pfad in Richtung „Null Müll“ aus einer Kombination harter und weicher Maßnahmen besteht – mit erfolgsversprechenden Aussichten! Und auch wir als Konsument*in können unseren Beitrag zur Zero-Waste Bewegung leisten. Bereits kleine Änderungen des alltäglichen Konsums reichen aus, um den Unmengen an Plastik den Kampf anzusagen. „Man muss nur beginnen, in Frage zu stellen, was scheinbar schon immer so war.

myconics-Tipp: Wie du beispielsweise ein wenig Zero-Waste in deine Küche bringen kannst und damit gleich die eine oder andere tolle DIY-Deko zauberst, zeigen wir die in unserem nächsten Beitrag. Stay tuned!

Und zum Schluss...

Natürlich haben wir nur einen Bruchteil der Informationen herausgezogen, die der Plastikatlas zur Verfügung stellt. Wir können deshalb nur jedem ans Herz legen, selbst einmal einen ausführlicheren Blick in das Buch zu werfen! Die Thematik betrifft uns alle und jeder noch so kleine Schritt, der zur Verminderung von Plastikabfällen beiträgt, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Quellen:
boell.de


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