Wie wir wurden, was wir sind.

Hi. Wir sind Sebastian und Sascha. Sebastian war mal bei den ganz großen Namen der Modeindustrie, ist dann irgendwann ausgestiegen, mit dem Rucksack um die Welt gereist und hat als Souvenir eine Geschäftsidee mitgebracht. Und Sascha? Hat bei einem großen Automobilhersteller gearbeitet und ist außerdem der kleine Bruder von Sebastians bestem Freund, der wiederum Sebastians Trauzeuge ist. Klingt kompliziert? Machen wir’s einfacher: Wir sind die Gründer von myconics. Dein Online-Shop für Iconic Pieces aus der Welt des bewussten Konsums. Und das hier ist unsere Geschichte.

Alles fing an, als wir mit Plastik aufhören wollten

Plastik. Überall Plastik. Zerdrückte Flaschen,
ausrangiertes Spielzeug – Müll in sämtlichen
Farben, wohin das Auge blickt.

Egal, wo Sebastian hinkam, begegnete ihm dort, wo die Natur am Schönsten, die Kultur am Vielfältigsten sein sollte, vor allem eines: gravierende Umweltverschmutzung. „Ich war an den beeindruckendsten Orten dieser Welt, stand in den atemberaubendsten Kulissen“, erinnert sich Sebastian. „Aber es gab immer einen Störfaktor, der sich nicht ignorieren ließ: Plastikmüll.“ Eine Erfahrung, die ihn veränderte – und Stück für Stück in seinem Entschluss bestärkte: „Es muss auch ohne Plastik gehen. Aber dafür muss ich mein eigenes Konsumverhalten ändern.“ Also fing er an, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Recherchierte zu Materialien, suchte nach umweltverträglichen Alternativen, kaufte nach Möglichkeit nur noch, was ressourcenschonend und weitgehend plastikfrei produziert ist. „Das war mein Einstieg in den bewussten Konsum.“

Doch der Massenmarkt bietet zu dem Zeitpunkt, 2017, kaum Lösungen – und so landet Sebastian immer wieder bei kleinen Marken. Startups, die die Welt verändern wollen, Manufakturen mit Mehrwert, kleine Hersteller mit Haltung. „Ich war beeindruckt, was für coole, wirklich hochwertige Produkte es von wenig bekannten, unabhängigen Anbietern gibt“, sagt Sebastian. Aber: Die meisten sind nur schwer auffindbar, fristen ein Nischendasein, erhalten kaum Aufmerksamkeit in dem riesigen Markt, der von global agierenden Konzernen regiert wird. Und findet Sebastian mal etwas, entsprechen viele Angebote oft optisch nicht seinem Geschmack und dem Anspruch an Design. „Da habe ich mich gefragt: Warum gibt es eigentlich noch keinen Ort für ästhetische, nachhaltige und hochwertige Produkte?“, erinnert sich Sebastian. Es sollte die Frage werden, die sein Leben verändert.

Vorher aber wollte der Gründer in Erfahrung bringen, ob es nur ihm so geht; ob er der Einzige ist, der viel zu viel Zeit in die Suche nach fairen Produkten investiert. Sebastian arbeitete eine Umfrage aus, klemmte sich ein Brett unter den Arm und machte sich auf den Weg. Stellte sich vor Bahnhöfe, an Flughäfen, Bus- und Bahnhaltestellen. Und hörte sich die Meinung von mehr als 500 Menschen zum bewussten Konsum an. „Da ist mir aufgefallen: Total viele Leute wollen eigentlich nachhaltiger einkaufen – aber sie wissen nicht, wie, und sie wissen nicht, wo.“ Die Erkenntnis: Die Welt könnte schon viel plastikfreier, die Produktionen nachhaltiger und die Löhne fairer sein, wenn das Angebot solcher Produkte besser zugänglich und das bewusste Shopping bequemer wären. Brauchte es nur noch jemanden, der es macht.

Sebastian ist ein Macher. Immer schon gewesen, was auch an seinem Hintergrund liegt: Aufgewachsen in einer Mode-Familie, der Vater Geschäftsführer eines der erfolgreichsten deutschen Modehäuser und Sebastians großes Vorbild. „Ich war stolz auf das, was meine Familie erreicht hat, und wollte dem natürlich nacheifern.“ Er studierte, machte seinen Master in Zusammenarbeit mit einer konventionellen internationalen Modemarke, investierte viel Kraft und Zeit in seinen Job. „Und plötzlich stellte ich fest: Das passt gar nicht zu mir“, sagt Sebastian. Er war hungrig nach Erfolg und nach Selbstverwirklichung, aber er arbeitete für Ziele, hinter denen er immer weniger stehen konnte. Er wollte in seinem Leben Mehrwert leisten, der über die Unternehmensperspektive hinausgeht. „Aber mit niedrigpreisigen T-Shirts, die in Fernost produziert werden und mit Fabriken, die bis heute viele Arbeiterinnen und Arbeiter unter prekären Arbeitsbedingungen und Hungerlöhnen arbeiten lassen, kann man das nicht erreichen“, so Sebastian. Nach zehn Jahren schmiss er schließlich hin, schnallte sich einen Rucksack auf den Rücken und reiste noch einmal in die Länder, in denen er geschäftlich unterwegs war – dieses Mal aber mit einem veränderten Blick, auf der Suche nach dem Echten, dem Unverfälschten, dem Sinnhaften. Dass er genau das ausgerechnet in einem Souvenirladen finden wird, weiß er am Anfang seiner Reise noch nicht.

Ulaanbaator. Ausgerechnet in Ulaanbaator. Es ist 2017, Sebastian steht in der Hauptstadt der Mongolei, genauer gesagt: in einem Souvenirladen. Draußen brennt die Sonne, drinnen stapeln sich die unterschiedlichsten Produkte, eines schöner als das andere. Und: Alle handgearbeitet. „Es stellte sich heraus, dass das Geschäft vielmehr eine Art Marktplatz war, wo Familien ihre lokal produzierten Produkte gegen eine kleine Gebühr verkaufen konnten“, erinnert sich Sebastian. Zwei Kanadier betreiben den Shop und ermöglichen auch weit außerhalb lebenden Familien so, ihre Waren im Zentrum anzubieten, ohne dafür in die Stadt kommen zu müssen. „Das hat mich stark beeindruckt“, gibt Sebastian zu. Erst überlegt er noch, die mongolischen Produkte selbst in einem eigenen Geschäft in seiner Heimat anzubieten. Doch dann bemerkt er: Es sind nicht die Produkte allein, die ihn begeistern. Es ist die Philosophie, die dahintersteckt. Faire Fertigung, ansprechendes Design, regionale Produktion. Iconic Pieces mit Mehrwert. Die Idee zu myconics war geboren.

Kaum war Sebastian im September 2017 zurück, holte er Sascha an Bord – den jüngeren Bruder seines besten Freundes, der zu dem Zeitpunkt noch bei einem großen Automobilhersteller an der Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz arbeitete. „Das Thema war unglaublich spannend für mich. Aber ich hatte ein Problem mit der Mentalität meines Arbeitgebers“, sagt Sascha. „Ich wollte anpacken, wollte etwas bewegen, wollte Innovation.“ Bei myconics kann er genau das: kreativ werden, etwas anstoßen. Sascha übernimmt den technischen Part, programmiert, ist sehr analytisch und strukturiert – und damit die perfekte Ergänzung zu Sebastian, der sich um wirtschaftliche Themen, die Produkte und die Vision kümmert.

Gemeinsam besuchten sie Concept-Stores europaweit, suchten den Direktkontakt zu jungen Designern. Und fanden die ersten Partner. „Das ist uns besonders wichtig: das Teilen der gleichen Werte – und das persönliche Miteinander in der Zusammenarbeit“, sagt Sebastian. Zwölf Monate liefen sie außerdem im Social-Impact-Mentorenprogramm in Stuttgart mit. Das Konzept geht auf: Innerhalb weniger Monate wuchs das Sortiment von myconics um Hunderte schöne Produkte an. Aus dem kleinen Onlineshop wird Stück für Stück eine erste Anlaufstelle, wenn es um nachhaltige Produkte geht.

Seitdem bauen Sascha und Sebastian ihr Unternehmen immer weiter aus. „Wir wollen das Einkaufen von Morgen nachhaltig verändern“, sagt Sebastian. Manufakturen und Kleinbetriebe mit reicher Handwerkskunst, fairer Produktion und sozialer Haltung stellen myconics ihre Produkte zur Verfügung; gleichzeitig sucht das Team täglich nach neuer Inspiration. „Wir sind quasi Perlentaucher: Wir finden die schönsten Marken und Produkte aus der Welt des bewussten Konsums“, betont Sascha. Mode, Wohnaccessoires, Kosmetik – alles nachhaltig und umweltschonend sowie ausschließlich in Europa produziert.

Und Plastik? Kommt nicht in die Tüte!

„Wir wollen, dass Kunden mit jeder Konsumentscheidung etwas Gutes tun können. Weil sie eine verantwortungsbewusste Produktion unterstützen. Und die Geschichte kleiner Manufakturen wertschätzen, die alle für dasselbe Ziel kämpfen: eine bessere Welt.“ Das sei die Philosophie hinter myconics, die immer mehr zur Realität wird. Und die die Produkte im Shop zu etwas Besonderem macht: Iconic Pieces, die die Welt verändern.